13. Oktober 2026
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
im Briefing vom 13. Oktober geht es unter anderem um diese drei Themen:
01 · Wechseljahresberatung im EBM: ein konkreter Diskussionsanstoß
Die KBV will eine Gesprächsleistung für Frauen insbesondere in den Wechseljahren im Bewertungsausschuss diskutieren. Ein konkreter Impuls für die Vergütung von Beratung zu Beschwerden, Behandlung und Prävention – noch keine neue GOP und kein Vergütungsanspruch.
07 · SPD: verantwortliche Hausarztpraxen und mehr qualifizierte Delegation
Die SPD fordert Gesamtverantwortung für Behandlungspfade bei haus- und kinderärztlichen Praxen sowie mehr Aufgaben für qualifizierte Gesundheitsberufe. Bei Praxisverantwortung und Delegation geht das deutlich in Richtung der Verbandsforderungen. Bislang ein Positionspapier, kein Gesetz.
11 · NVIDIA steigt bei Doctolib ein
Doctolib bestätigt eine vereinbarte Minderheitsbeteiligung von NVIDIA zur KI-Entwicklung. Umfang und Preis bleiben offen, der Abschluss ist nicht belegt. Ein strategisches Signal für Praxis-KI; klinischer Nutzen oder neue Datenzugriffsrechte sind damit nicht nachgewiesen.
Alle zwölf Meldungen stehen weiter unten – einfach scrollen. Der HÄPPI-Beitrag ist ein älterer Nachfund vom 13. Mai; sein ursprüngliches Datum bleibt sichtbar.
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Was ist für euren Praxisalltag hilfreich? Rückmeldungen sind sehr willkommen.
Viele Grüße
Christoph
Alle 12 Meldungen
Wechseljahre
01 · Wechseljahre: Gespräch im EBM?
BMG-Ergebnispapier, 13.10., Deutschland: Die KBV will ein „Gespräch für Frauen in bestimmten Lebensphasen“, insbesondere Wechseljahren, im Bewertungsausschuss diskutieren lassen. Beteiligte kritisieren fehlende kostendeckende Vergütung umfassender Beratung zu Beschwerden, Behandlung und Prävention. Themenspezifische Fortbildung wird als mögliche Voraussetzung diskutiert; die KBV prüft zudem ein Qualitätszirkel-Modul. Noch keine GOP, kein Beschluss und kein Vergütungsanspruch.
Für die Praxis: Konkreter Vergütungsimpuls; erst nach Beschluss abrechenbar.
Quellen: BMG, Ergebnispapier 13.10.
02 · Menopause: abrupter Umbruch
Nature Medicine, 12.10.: US-/israelische Daten mit über 300 Millionen Labortests zeigen einen rekonstruierten Menopausen-Umbruch. Im US-Datensatz veränderten sich 52 von 90 Tests abrupt um die letzte Regel. Modellierter Zeitpunkt; die Hormontherapie-Assoziation beweist keinen Präventionsnutzen.
Für die Praxis: Etablierte Knochen- und Stoffwechselprävention besprechen.
Quellen: Weizmann-Institut, 12.10. · Nature Medicine
03 · Wechseljahre am Arbeitsplatz
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes empfiehlt am 13.10. für Deutschland Pausen-, Schicht- und Vertretungsanpassungen, Rückzugsräume sowie Sensibilisierung von Führungskräften und Betriebsärzt:innen. Besserer Schutz bei wechseljahresbedingter Benachteiligung wird gefordert; keine Änderung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes beschlossen.
Für die Praxis: Arbeitserleichterungen auch im Praxisteam ermöglichen.
Quellen: Antidiskriminierungsstelle, 13.10.
Sprechstunde und Prävention
04 · Benzodiazepine: kein erhöhtes Fehlbildungsrisiko
Annals of Internal Medicine, 13.10., US-Registerstudie: Benzodiazepine im ersten Trimenon bei 4,23 Millionen Lebendgeburten, 79.118 exponiert. Adjustierte Fehlbildungsrisiken: Medicaid 4,0 versus 4,1 %, MarketScan 4,9 versus 4,8 %. Nur bei Geburt erkennbare Fehlbildungen; andere Schwangerschaftsrisiken und Psychopharmaka-Kombinationen bleiben unsicher.
Für die Praxis: Differenziert beruhigen.
Quellen: Annals, 13.10.
05 · Asbest: berufliche CT-Früherkennung
BMC Pulmonary Medicine, 12.10., Daten der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 2014–2024: 73,9 % von 14.491 Beratenen nahmen am Niedrigdosis-CT teil. Spezielles Programm bei langjähriger beruflicher Asbestexposition plus ≥30 Packungsjahren; kein allgemeines GKV-Screening. Teilnahme untersucht, nicht Mortalitätsnutzen.
Für die Praxis: Asbestarbeit und zuständigen Vorsorgepfad klären.
Quellen: BMC Pulmonary Medicine, 12.10.
06 · Abwertende Akteneinträge
JAMA Network Open, 13.10., US-Befragung mit 500 Personen: 17,1 % der Portalnutzenden (gewichtet) berichteten abwertende Einträge in eigenen oder Angehörigenakten. Solche Erfahrungen gingen mit geringerem Dokumentationsvertrauen einher. Selbstbericht; keine Kausalität oder deutsche Häufigkeit.
Für die Praxis: Auch KI-Entwürfe auf respektvolle Sprache prüfen.
Quellen: JAMA Network Open, 13.10.
Primärversorgung und Praxisteam
07 · SPD: Gesamtverantwortung der Praxis
Die SPD-Fraktion fordert am 13.10. für Deutschland Gesamtverantwortung für Behandlungspfade bei hausärztlichen/kinderärztlichen Praxen. Qualifizierte Gesundheitsberufe sollen mehr Verlaufskontrollen, Prävention, Nachsorge und Hausbesuche übernehmen. Freie Praxiswahl bleibt; digitale Ersteinschätzung soll gleichwertiger Zugang sein. Positionspapier, kein Gesetz.
Für die Praxis: Mehr Koordination und Teamkompetenzen als Reformziel.
Quellen: SPD-Fraktionspapier, 13.10.
Einordnung: Praxisverantwortung und qualifizierte Delegation entsprechen zentralen Verbandsforderungen. Die SPD sieht digitale Ersteinschätzung zugleich als gleichwertigen Zugang; der Verband fordert die hausärztliche Praxis als erste Anlaufstelle. Daher besteht keine vollständige Übereinstimmung. HÄV-Beschlüsse vom 24./25. April 2026, Beschlüsse 12/13
08 · SPD: Termin in drei Wochen
SPD-Positionspapier, 13.10., Deutschland: Facharzttermine grundsätzlich binnen drei Wochen, Dringliches früher, Routinekontrollen gegebenenfalls später. Ohne zumutbaren Vertragstermin: ambulanter Krankenhaustermin. Finanzierung zulasten der vertragsärztlichen Gesamtvergütung nur als Prüfauftrag; digitale Echtzeit-Kapazitätsmeldungen gefordert. Kein neuer Rechtsanspruch.
Für die Praxis: Belastung der Gesamtvergütung bleibt offen.
Quellen: SPD-Fraktionspapier, 13.10.
09 · Delegation: NäPA und VERAH
Das Wissenschaftliche Institut der AOK meldet am 13.10. aus deutschen Abrechnungsdaten 2015–2024: über 11.000 Praxen mit qualifizierter Praxis-/Versorgungsassistenz (NäPA/VERAH), 63 % ohne. Delegierte Hausbesuche: 84 versus 36 % der Praxen; ärztliche ähnlich häufig. Kein kausaler Entlastungsnachweis.
Für die Praxis: Qualifizierung und Hausbesuchsdelegation prüfen.
Quellen: WIdO, 13.10.
10 · HÄPPI: Team und Telefon
Älterer Nachfund, Gesundheitsministerium Rheinland-Pfalz, 13.05.: Im HÄPPI-Pilot für teamorientierte Primärversorgung Juli–Dezember 2025 meldeten fünf von sieben Praxen mehr versorgte Menschen; sechs führen KI-Telefonassistenz selbstfinanziert weiter. Fachkräfte, Coaching und Digitalwerkzeuge gemeinsam; Selbstauskunft ohne kontrollierten Vergleich.
Für die Praxis: Team-/Telefonorganisation verbessern; Entlastung messen.
Quellen: Gesundheitsministerium RLP, 13.05.
Praxis-KI und Recht
11 · Nvidia steigt bei Doctolib ein
NVIDIA kündigt am 12.10. eine Investition in den europäischen Praxisdienstleister Doctolib an; Doctolib bestätigt Reuters am 13.10. die vereinbarte Minderheitsbeteiligung zur KI-Entwicklung. Umfang/Preis offen, Abschluss nicht belegt. Kein Nachweis neuer Datenzugriffsrechte oder klinischen Nutzens.
Für die Praxis: Datenfluss, Modell und KI-Verantwortung prüfen.
Quellen: NVIDIA, 12.10. · Reuters, 13.10.
12 · Notdienstbetrug: Urteil rechtskräftig
BGH-Mitteilung, 12.10., Bayern: Bereitschaftsdiensturteil rechtskräftig. Über 6.000 Fälle nicht erbrachter Leistungen, November 2021–November 2024; KVB-Schaden über 1,4 Millionen Euro. Sechsjährige Gesamtfreiheitsstrafe auch wegen sexuellen Übergriffs und Missbrauchs im Behandlungsverhältnis. Keine neue Abrechnungsregel.
Für die Praxis: Gesamtstrafe einschließlich Sexualdelikten.
Quellen: BGH, 12.10., 6 StR 298/26
KI-Transparenz: Die Illustration wurde mit KI erzeugt. KI-Werkzeuge unterstützen die redaktionelle Aufbereitung. Auswahl, Einordnung und Veröffentlichung verantwortet Christoph Ludwig. Maßgeblich sind die verlinkten Originalquellen.